Ungesüßtes Sprudelwasser besteht aus Wasser und gelöstem Kohlendioxid. Der klarste mögliche Vorteil entsteht, wenn es ein zuckergesüßtes Getränk ersetzt. Es ist kein Heilmittel, und Kohlensäure fügt keine besonderen Nährstoffe hinzu. Die folgenden Abschnitte trennen belastbare Erkenntnisse von verbreiteten Übertreibungen.

Flüssigkeitszufuhr: Was die Studie tatsächlich zeigte

In einer randomisierten Studie mit 72 ausreichend hydrierten Männern unterschied sich die kumulierte Urinausscheidung über vier Stunden nach Sprudelwasser nicht signifikant von stillem Wasser. Das spricht für Sprudelwasser als kurzfristige Flüssigkeitsquelle, beweist aber weder, dass jeder dadurch mehr trinkt, noch dass sämtliche Dehydrierungssymptome verhindert werden. Maughan et al., 2016

Weniger Zucker hängt vom ersetzten Getränk ab

Naturbelassenes Sprudelwasser enthält keinen freien Zucker. Wird ein gesüßtes Getränk ersetzt, sinken Zucker- und Kalorienaufnahme um die auf dessen Etikett angegebene Menge. Daraus lässt sich keine feste Gewichtsabnahme ableiten. Die WHO empfiehlt, freie Zucker auf unter 10 % der Energiezufuhr zu begrenzen; unter 5 % kann zusätzliche Vorteile bieten. WHO-Leitlinie zu Zucker

Verdauung: interessante, aber begrenzte Evidenz

Eine kleine randomisierte Studie beobachtete 21 Personen mit funktioneller Dyspepsie und Verstopfung rund 15 Tage und berichtete Verbesserungen in genau dieser Gruppe. Die Stichprobe ist zu klein, um Sprudelwasser als allgemeine Behandlung anzusehen. Bei manchen Menschen verursacht Kohlensäure zudem Aufstoßen oder Blähungen. Cuomo et al., 2002

Zähne: Natur und Aroma sind nicht gleichzusetzen

Kohlensäure macht Wasser leicht sauer. Naturbelassenes Sprudelwasser ist in der Regel weniger erosiv als Softdrinks; Zitrusaromen und weitere Säuren können den pH-Wert stärker senken. Häufigkeit und Kontaktzeit zählen. Die American Dental Association empfiehlt, saure Getränke zu Mahlzeiten zu trinken, mit Wasser nachzuspülen und nicht unmittelbar danach zu putzen. ADA-Leitlinie zu Zahnerosion

  • Meist naturbelassenes, ungesüßtes Sprudelwasser wählen.
  • Saure Getränke nicht im Mund halten oder durch die Zähne ziehen.
  • Bei vorhandener Zahnerosion eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt fragen.

Knochen: Cola nicht mit Kohlensäure verwechseln

Die Framingham-Beobachtungsstudie fand bei Frauen einen Zusammenhang zwischen Colakonsum und geringerer Knochendichte, jedoch keinen signifikanten Zusammenhang bei kohlensäurehaltigen Getränken ohne Cola. Beobachtungsdaten beweisen keine Ursache. Korrekt ist daher nur, dass die Studie denselben Zusammenhang für einfache Nicht-Cola-Getränke nicht zeigte. Framingham-Osteoporose-Studie

Wer sollte individuell beraten werden?

Die meisten Menschen können naturbelassenes Sprudelwasser zur normalen Flüssigkeitszufuhr zählen. Reduzieren oder meiden Sie es, wenn wiederholt Beschwerden auftreten. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen, Zahnerosion, Schluckstörungen oder ärztlich verordneter Ernährung gilt die individuelle Empfehlung von Arzt oder Zahnarzt.

Evidenz und Prüfstandard: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. Evidenz geprüft am 12. August 2026.

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